Statusupdate

Liebe Freunde,

ein Jahr ist es nun her seit unserer letzten Folge, und unsere Funkstille schmerzt mich sehr. Es ist Zeit euch wissen zu lassen, woran ihr seid, und wie es mit ACKBH weitergehen wird.

Ja, es gibt uns noch – aber künftig wohl nicht mehr in der bisher dagewesenen Form.
David hat mit Job und Familie reichlich zu tun, und die überschießende kreative Energie sucht sich derzeit andere Wege als den des Podcasts. Eine Episode zu produzieren nimmt letztlich einen Tag in Anspruch, den auch Andere und Anderes beanspruchen. Ein Tag Produktion, der das Ergebnis einer längeren Zeit von Aufmerksamkeit und Materialsammeln und Vorfreude sein sollte – und keine Verpflichtung über Dinge zu reden, die einen derzeit nicht beschäftigen. Wenn es nichts zu sagen gibt*, schweigt man. Und das tun wir jetzt seit einem Jahr.

Wenn wir die Qualität der Folgen aufrecht erhalten wollen – Tonqualität, Schnitt, Vorbereitung, Themen, Metadaten, – dann muss man auch den Kopf frei haben und seine Überkapazitäten zu Inhalten werden lassen. Den technischen Aufwand kann man umverteilen, den inhaltlichen und psychischen nicht.

Ich habe in letzter Zeit immer mehr darunter gelitten, dass unser Podcast auf Eis liegt, ohne dass einer von uns beiden hätte sagen können, wie es weitergeht. Sich dergestalt unter Druck zu setzen ist der Sache natürlich nicht zuträglich. Ich möchte David und mich nicht weiter zu etwas drängen, was augenscheinlich nicht mehr realistisch ist.
Trotzdem kann ich es nicht lassen, bei allen Gelegenheiten zu denken: “Das müssten wir uns in einer der kommenden Folgen mal näher ansehen…” Und so beginne ich, Sendungen vorzubereiten und Dokumente zu füllen, die letztlich nicht zu dem werden, was mir vorschwebt. Der Podcast liegt mir sehr am Herzen, und er muss weiterleben, – aber die bisherige Form funktioniert nicht mehr.

Nun gibt es zwar durchaus Kandidaten, die liebend gerne ein Teil von ACKBH werden wollen, und das kreative Potential und die Lust mitbringen, aber bei näherer Betrachtung die Zeit dafür nicht haben (ich bleibe aber dran).
Es gibt auch Kandidaten, die über Politik und unser Kernthema Grenzen eine Menge zu sagen haben, aber sich verständlicherweise scheuen, in einer Fremdsprache in Mikrofone zu philosophieren (mich selber eingeschlossen).
Es gibt Kandidaten, die noch nie in ein Mikrofon gesprochen haben.
Ich selber habe kein Studio mehr, sondern lebe derzeit – auf kleinstem Raum – aus Umzugskartons und muss improvisieren. Aufnehmen und schneiden kann ich hier nur sehr eingeschränkt, und auch nur wenn es zwischen Straße, Bahnhof und Mitbewohnern mal kurzzeitig nicht zu laut ist. Auch solche Dinge nehmen momentan mehr Raum ein als mir lieb ist.
Auch möchte ich weiterhin auf Deutsch produzieren. Ausnahmsweise ein paar Gespräche auf Englisch sollte in Ordnung sein – tatsächlich führe ich die meisten interessanten Gespräche aber auf Dänisch. Wie soll ich damit umgehen? Deutschsprachige Gesprächspartner sind ja schon in Deutschland nicht leicht zu finden.

Es wird wohl einen Relaunch geben, eine Season 2, mit neuem Konzept, und vielleicht neuen Leuten. Eines jedenfalls zeichnet sich ab: dass künftig nicht mehr in allen Folgen David und ich zusammen zu hören sind. Aus Gründen.

Es wäre großartig, von euch zu hören, was ihr dazu denkt. Wollt ihr regelmäßige Gespräche mit festen Themen, oder gelegentliche Gespräche mit wechselnden Gesprächspartnern? Was haltet ihr von mehr Feature-artigen Formaten, die kein klassisches Zweiergespräch mehr sind? Welchen Eindruck habt ihr von unseren Draußen-Unterwegs-Folgen? Könntet ihr euch ein Format in der wenig verbreiteten Kombi aus deutscher und dänischer Sprache vorstellen?
Die Karten werden neu gemischt. Lasst hören, was ihr hören wollt!

Olli

*David protestiert: Wir haben was zu sagen.**
**Da hat er recht.

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